Futsal? Was ist das?
Futsal ist der offizielle Hallenfußball des Weltverbandes FIFA. Der so genannte „Futebol de Salao“ – der „Salon-Fussball“ oder „Indoor Soccer“, wie ihn die Engländer und Amerikaner nennen – wurde 1989 von der FIFA als förderungswürdige Sportart anerkannt.
Über die Entstehung des Futsals streiten nach wie vor die Experten. Einige behaupten, dass der Salon-Fussball bereits in den 30er Jahren aufgetaucht sei, bei der YMCA, dem „Christlichen Verein Junger Männer“ in Montevideo (Uruguay). Sein Schöpfer sei der dortige Sportlehrer Juan Carlos Ceriani gewesen, der 1996 gestorben ist. Andere beteuern, dass Sao Paulo der Geburtsort dieser Sportart war. In dieser brasilianischen Großstadt spielten junge Männer innerhalb der Basketball-Felder, denn sie hatten stets Probleme, in den Außenbezirken freie Fußball-Felder zu finden. Also begnügten sie sich damit, auf den Basketball- oder Hockeyplätzen gegen den Ball zu treten. Anfangs spielten sie mit fünf, sechs oder auch sieben Teilnehmern in jedem Team –aber bald setzte man die Zahl auf fünf Spieler pro Team fest, und dabei blieb es.
Die benutzten Bälle enthielten entweder Sägemehl, Pferdehaare oder granulierte Korkmasse, jedoch hatten sie alle ein Problem: Sie hüpften zu sehr und sprangen deshalb andauernd aus dem Spielfeld. Also verkleinerte man das Volumen und vergrößerte das Gewicht. Aus diesem Grund bekam der Salon-Fussball auch den Spitznamen „O Esporte da Bola Pesada“, die Sportart des schweren Balls.
Mit absoluter Sicherheit weiß man jedoch, dass Futsal in Brasilien organisiert, mit dem heutigen Reglement versehen und dort auch offiziell ins Sportprogramm integriert worden ist. Und in Sao Paulo schuf man auch 1952 die erste offizielle Institution für diesen Sport – die Liga für Salon-Fußball. Deren Gründer war Habid Maphuz, der Leiter der „Vereinigung Junger Männer“. Zwei Jahre später wurde auch die erste föderative Vereinigung, die „Associacao Metropolitana de Futebol de Salao“, gegründet, heutzutage bekannt unter dem Namen „Associacao de Futsal do Rio de Janeiro“.
Das erste Regelbuch wurde bereits 1956 von Luiz Gonzaga de Oliveira Fernandes, geboren in Sao Paulo, verfasst und herausgegeben, nachdem es von der Institution geprüft worden war, die zu jener Zeit die weltweite Kontrolle über den Futsal inne hatte. Aber nicht nur die Leute aus Sao Paulo trugen zur Verbreitung und Weiterentwicklung des Sports bei. Zu jener Zeit praktizierten auch junge Leute aus Rio de Janeiro Futsal in der Anlage des lokalen „America Futebol Clube“. So entstand die erste Rivalität in diesem Sport – Sao Paulo gegen Rio de Janeiro –, und sie trug entscheidend zur Entwicklung der Disziplin innerhalb Brasiliens bei.
Die Expansion des Sports pflanzte sich unaufhaltsam weiter fort, als Konsequenz entstanden andere mächtige Teams, wie etwa aus Rio Grande do Sul oder aus Ceara, dem Bundesstaat, in dem die „Associacao Brasileira de Futsal“ (CBFS) ihren Sitz hat, die 1999 schon ihr 20-jähriges Bestehen feierte. Nach dieser ersten Aufbauphase kontrollierte die „International Indoor Soccer Federation“ diesen Sport bis zum Jahr 1989, als er von der FIFA übernommen wurde – inklusive fast seines gesamten Reglements.
Derzeitiger Präsident des Futsal-Kommitees der FIFA ist Ricardo Teixeira, der auch Präsident des brasilianischen Fußballverbandes CBF ist. Doch der Futsal ist nicht nur in Brasilien populär, wo alle Bundesstaaten eine entsprechende Föderation und Ausscheidungsspiele haben, sondern hat sich inzwischen auf der ganzen Welt ausgebreitet.
Direkt nach seiner Anerkennung durch die FIFA fand die erste Futsal-Weltmeisterschaft statt, die 1989 in den Niederlanden von Brasilien gewonnen wurde. Die Ausrichtung einer UEFA-Europameisterschaft ließ aber noch etwas auf sich warten. Erst nach der Durchführung eines inoffiziellen Turniers 1996 in Spanien, das die Gastgeber auch gewannen, und dem erfolgreichen Abschneiden der europäischen Teams bei der WM 1996 kam 1999 die erste offizielle EM – wiederum in Spanien – zu Stande. Der Sieg ging an Russland, das sich in einem dramatischen Shoot-Out gegen Gastgeber Spanien durchsetzen konnte.
Spätestens seitdem ist Futsal aus dem offiziellen Kalender von FIFA und UEFA nicht mehr weg zu denken. Auch in Deutschland wird die rasante Fußball-Variante immer populärer – wann ein deutsches Team bei einem internationalen Großereignis Premiere feiert, ist momentan allerdings noch nicht abzusehen.
Chronik:
1930: Erste Erwähnung in Montevideo (Uruguay)
1952: Meisterschaft in Brasilien (Region Sao Paolo)
1954: Meisterschaft in Rio de Janeiro (Brasilien)
1969: Bildung einer Union Brasilien, Argentinien, Paraguay , Uruguay
1971: Gründung internat. Organisation: FIFUSA unter Joao Havelange
Auch in Deutschland wird die offizielle Hallenfußball-Variante der FIFA immer populärer. Die ersten großen deutschen Erfolge schafften bis dato nur der UFC Münster im Jahre 2008 und die Futsal Panthers aus Köln im Jahr 2009 mit einem Sieg in der UEFA Cup Vorrunde..
Chronik:
2006 DFB Futsal Cup in Göttingen: Deutscher Meister UFC Münster
2007 DFB Futsal Cup in Heidenheim: Deutscher Meister FV Eppelborn
2008 DFB Futsal Cup in Mülheim: Deutscher Meister UFC Münster
2009 DFB Futsal Cup in Mülheim: Deutscher Meister Futsal Panthers Köln
2010 DFB Futsal Cup in Cottbus: Deutscher Meister SD Croatia Berlin
2010 Erster Auftritt einer inofiziellen deutschen Futsal-Auswahl beim DFB Futsal Cup in Cottbus: Mehr
Futsalregeln
Spielfeld:
Ohne Bande.
Strafstoßmarke: 6 m vom Mittelpunkt der Torlinie.
Zweite Strafstoßmarke: 10 m vom Mittelpunkt der Torlinie.
Der Ball:
Größe 4, Umfang: 62-64 Zentimeter, Gewicht: 390-430 Gramm, Druck: 0,4 bis 0,6 bar.
Zahl der Spieler:
4 Feldspieler und ein Torwart
Freistöße:
Ball muß ruhen.
Alle Gegenspieler müssen mindestens 5 Meter entfernt sein, bis der Ball im Spiel ist
Freistoß muß innerhalb von 4 Sekunden ausgeführt werden.
Direkter Freistoß:
Wenn ein Spieler absichtlich eine der folgenden Handlungen begeht :
Anspringen und Anrempeln, auch mit der Schulter
Hineingrätschen
Gleit -Tackling
Indirekter Freistoß:
Der Torwart : Den Ball länger als 4 sek. hält.
Den Ball mit den Händen berührt, nachdem er Ihn direkt nach einem Einkick von einem Mitspieler erhält.
Den Ball mit den Händen berührt, nachdem ein Mitspieler ihm nach einem Abwurf den Ball zuspielt ohne das er die Mittellinie überquert hat oder von einem Gegenspieler berührt wurde.
Kumuliertes Foulspiel:
Bei den ersten 5 Regelverstößen in jeder Halbzeit darf zur Verteidigung eine Mauer gebildet werden. Gegenspieler müssen mindestens 5 Meter vom Ball entfernt sein.
Aus diesem Freistoß kann direkt ein Tor erzielt werden.
Ab dem 6. Foulspiel: Darf keine Mauer gestellt werden.
Freistoß ausführende Spieler klar bestimmt.
Torhüter bleibt in seinem Strafraum u. mind. 5 m entfernt.
Alle anderen Spieler müssen hinter einer imaginären Linie
auf Ballhöhe sein, parallel zur Torlinie und außerhalb des Strafraums.
Ausführung:
Schuß direkt aufs Tor.
Kein anderer Spieler darf den Ball berühren, bevor Torhüter, Torpfosten oder Torlatte ihn berührt hat.
In einem Abstand von bis zu 6 m zum Tor darf kein Freistoß getreten werden. Wenn ein Foulspiel, das normalerweise einen indirekten Freistoß nach sich zieht, im Strafraum stattfindet, muss
der Freistoß vom Punkt auf der Strafraumlinie, der dem Tatort am nächsten ist, ausgeführt werden.
Wenn ein Spieler in der gegnerischen oder in seiner eigenen Spielhälfte vor der imaginären Linie, die parallel zur Mittellinie ist und durch die zweite Strafstoßmarke bei 10 m führt, ein 6.
Foul begeht, muss der Freistoß von dieser Marke aus getreten werden.
Wenn ein Spieler in der gegnerischen Platzhälfte zwischen der 10-m-Linie und der Torlinie ein 6. Foul begeht, kann die Mannschaft, die den Freistoß ausführt, entscheiden, ob sie ihn von der
zweiten Marke aus oder vom Punkt aus treten will, wo sich der Verstoß ereignete.
Strafstoß:
Von der Strafstoßmarke (6 Meter)
Alle Spieler müssen außerhalb des Strafraums sein, hinter oder neben dem Strafstoßpunkt, mindestens 5 m entfernt sein.
Der Schütze darf den Ball nicht wieder spielen, bevor er nicht von einem anderen Spieler berührt wurde.
Einkick:
Einkick statt Einwurf. Es darf kein direktes Tor erzielt werden. Ausgeführt wird an der Stelle, wo der Ball die Linie überschritten hat.
Der Ball muß auf der Seitenlinie ruhen und innerhalb 4 Sekunden ausgeführt werden, sonst Freistoß für die andere Mannschaft.
Beide Füße müssen entweder auf der Seitenlinie oder außerhalb des Spielfeldes stehen.
Die Spieler der verteidigenden Mannschaft müssen mind. 5 m vom Ball entfernt sein.
Torabstoß:
Der Ball wird ins Spiel zurück geworfen. Er ist im Spiel, wenn er direkt aus dem Strafraum heraus gestoßen wurde. Die Gegner müssen außerhalb des Strafraums bleiben, bis der Ball im Spiel
ist.
Eckstoß:
Der Ball ist direkt auf den Eckpunkt zu legen, nicht im Viertelkreis.
Die 4 - Sek- Regel und die 5 - Meter - Regel finden Anwendung.
TG 1875 Darmstadt - Futsal